[ ART ] 2026-09-27

Relaunch-Check: unsere eigene Website

Wir prüfen Websites anderer Betriebe auf Fehler — also haben wir unsere eigene genauso geprüft. Das Ergebnis war unbequem: In 180 Tagen (30.03. bis 24.09.2026) zeigte die Google Search Console 56.297 Impressionen, aber nur 21 Klicks. 48.745 dieser Impressionen entfielen auf die Startseite; die Unterseiten waren für Google praktisch unsichtbar.

Wir haben sieben Befunde gefunden und behoben. Was die Korrekturen bringen, wissen wir noch nicht — die Messung beginnt am 24.10.2026. Hier ist, was wir gefunden haben, damit du bei deinem Relaunch nicht dieselben Fehler machst.

1. Jede Unterseite erklärte sich zur Startseite

Alle 16 Unterseiten trugen einen Canonical-Tag, der auf die Startseite zeigte. Ein Canonical sagt Google, welche Adresse die maßgebliche Fassung einer Seite ist. Zeigt er bei jeder Unterseite auf die Startseite, bittet die Website Google im Grunde, die Unterseiten zu ignorieren — genau das passte zu den Zahlen.

Die Ursache war eine einzige Zeile: Der Canonical stand im gemeinsamen Grundgerüst der Website und wurde an jede Seite vererbt. Seit dem 26.09.2026 hat jede Seite ihren eigenen Canonical; wir haben das für alle Seiten einzeln geprüft. Für deinen Relaunch: Prüfe nicht nur, ob ein Canonical da ist, sondern ob er auf die Seite selbst zeigt.

2. Alte Adressen liefen ins Leere

Beim Relaunch im Juni 2026 verschwanden 14 alte Adressen — frühere .html-Seiten und alte Ratgeber. Zusammen hatten sie mehr als 10.000 Impressionen, lieferten danach aber nur noch eine Fehlerseite (404). Wer über Google oder einen alten Link kam, landete im Nichts.

Seit dem 26. und 27.09.2026 leitet jede dieser Adressen mit einer 301-Weiterleitung in einem einzigen Schritt auf die passende neue Seite, die alten Ratgeber auf ihre neuen Fassungen. Für deinen Relaunch: Exportiere vorher alle Adressen, die in der Search Console Impressionen haben, und lege für jede ein Ziel fest.

3. Die Sitemap führte über Umwege

Die Sitemap listete alle Adressen ohne abschließenden Schrägstrich. Der Server antwortete darauf jeweils mit einer Weiterleitung auf die Fassung mit Schrägstrich — jede Adresse in der Sitemap war damit ein Umweg. Außerdem trugen alle Einträge dasselbe Änderungsdatum, auch Seiten, die viel später entstanden sind.

Heute stehen in der Sitemap die Adressen genau so, wie der Server sie ausliefert, und jede Seite trägt ihr tatsächliches Datum. Für deinen Relaunch: Öffne ein paar Adressen aus deiner Sitemap direkt — jede sollte ohne Umleitung antworten.

4. Die Seitentitel trafen die Nachfrage nicht

Die Search Console zeigt, wonach Menschen tatsächlich suchen. Zwei Beispiele: „google ads agentur tirol“ hatte 1.121 Impressionen, „seo textierung tirol“ 665 Impressionen auf Position 7 — aber keiner unserer Seitentitel enthielt diese Begriffe. Unsere Titel sprachen intern von „Performance-Ads“ und „Content“.

Google empfiehlt eindeutige, beschreibende und prägnante Titel pro Seite und kann den angezeigten Titel auch aus Überschriften bilden. Wir haben Titel und Überschriften nach den echten Suchbegriffen ausgerichtet. Für deinen Relaunch: Nimm die Suchanfragen aus der Search Console als Grundlage, nicht die Namen aus dem Angebot.

5. Eine Hintergrund-Animation bremste die Startseite

PageSpeed Insights gab der Startseite am Desktop nur 73 von 100 Punkten, mit 17,5 Sekunden JavaScript-Ausführung. Die Ursache war dekorativ: Eine flimmernde Hintergrund-Animation zeichnete alle 60 Millisekunden das komplette Raster neu — auch dann, wenn der Bereich gar nicht sichtbar war.

Jetzt läuft die Animation nur, solange sie im Bild ist, und zeichnet nur, was sich ändert. Ergebnis: 100 Punkte am Desktop und 0,4 Sekunden JavaScript. Für deinen Relaunch: Prüfe die Startseite in PageSpeed Insights auch am Desktop — schwere Effekte fallen dort oft erst auf.

6. Ohne bestätigte Search Console keine Daten

Die Search-Console-Property war nicht bestätigt. Die Daten wurden zwar gesammelt, aber wir konnten sie nicht auswerten — und damit auch die ersten fünf Befunde nicht sehen. Erst nach der Bestätigung konnten wir die 180 Tage überhaupt untersuchen.

Für deinen Relaunch: Bestätige die Search Console vor dem Umschalten und reiche die neue Sitemap direkt danach ein. Sonst fehlt dir genau die Grundlage, mit der du Fehler findest.

7. KI-Suchen zeigen sich in den Daten

In den Suchanfragen tauchten lange, ganz ausformulierte Bitten auf — etwa, eine KI möge Erfahrungen zu einer Agentur recherchieren. So tippt niemand in ein klassisches Suchfeld. Das ist ein Hinweis darauf, dass Seiten auch in KI-Antworten der Google-Suche als Quelle erscheinen.

Google nennt für seine KI-Funktionen keine zusätzlichen Anforderungen: Eine Seite muss indexiert und für ein Snippet geeignet sein. Für uns heißt das: Die Grundlagen oben sind auch die Grundlage für KI-Sichtbarkeit — es gibt keine Abkürzung daran vorbei.

Checkliste für deinen Relaunch

Vor dem Umschalten: Search Console bestätigen, alle Adressen mit Impressionen exportieren, für jede ein Weiterleitungsziel festlegen. Beim Umschalten: Canonical jeder Seitenvorlage prüfen, Sitemap mit den tatsächlich ausgelieferten Adressen erzeugen, Titel nach echten Suchbegriffen formulieren.

Danach: Stichproben aus der Sitemap direkt aufrufen, alte Adressen testen, PageSpeed Insights für Startseite und eine Unterseite am Handy und am Desktop laufen lassen, neue Sitemap einreichen. Nach vier Wochen: Impressionen je Unterseite mit den Werten vor dem Relaunch vergleichen.

Was wir noch nicht wissen

Ob Canonicals, Weiterleitungen, Sitemap, Titel und Tempo die Sichtbarkeit verbessern, zeigt sich erst in den Daten. Die erste Messung ist ab dem 24.10.2026 geplant; bis dahin wäre jede Erfolgsmeldung eine Vermutung. Wir ergänzen diesen Artikel dann mit den Zahlen — auch wenn sie ernüchternd ausfallen.

Wenn du wissen willst, ob deine Website ähnliche Fehler hat: Genau diese Prüfung machen wir in der kostenlosen Sichtbarkeits-Analyse.

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